Was das Debakel um das Samsung Galaxy Note 7 mit Gold, Silber und Zinn zu tun hat

Es muss wie ein Albtraum für die Führungsetage eines global agierenden Konzerns sein, wenn ein brandneues Produkt, das als Aushängeschild und Flaggschiff des Konzerns fungiert und gegenüber der Konkurrenz strategisch enorm wichtig ist, floppt. So geschehen bei dem südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung mit seinem Smartphone Galaxy Note 7.

Das Desaster ging schon hinreichend durch die Medien: Geräte dieses Typs fingen unvermittelt Feuer und stellten so eine ernste Gefahr für Leib und Leben der Benutzer dar. Schuld seien fehlerhafte Akkus eines Zulieferers, so der Konzern. Aber auch nach dem Austausch der Akkus bestand die Problematik fort, sodass sich Samsung gezwungen sah, das Modell Note 7 komplett vom Markt zu nehmen. Ein milliardenschweres Unterfangen. Hinzu kommen noch eventuelle Schadensersatz- forderungen von Kunden in der Zukunft. Wie gesagt, ein Albtraum.

Ein weiteres Nachspiel stellt die Frage dar, was genau nun mit den 4,3 Millionen Smartphones geschehen soll, die hergestellt wurden. Die beiden Optionen sind Verschrotten oder Recyceln. In diesem Zusammenhang hat die Umweltschutz- organisation Greenpeace hier ausgerechnet, wie viel u.a. an Silber und Gold hierbei verloren gehen würden – sehr viel.

Bei einem Gesamtgewicht aller produzierten Geräte von über 700 Tonnen wäre es eine Tonne Silber, die verschrottet werden würde, und 100 Kilo Gold (allein das Silber hätte beim gegenwärtigen Silberpreis einen Wert von 590.000 US-Dollar). Nun ist es so, dass elektronische Geräte grundsätzlich eingeschmolzen und die darin enthaltenen Komponenten wiederverwendet werden können. Angesichts dieser Dimensionen aber, so befürchtet Greenpeace, also weil der Konzern bereits Milliardeneinbußen aufgrund dieses Debakels hatte, wird er eher die günstigere Variante wählen und die Geräte lediglich verschrotten, denn Recycling ist – wie so vieles – sinnvoll, aber teuer. Aus ökologischer Sicht besteht der Albtraum darin, dass beispielsweise für 100 Kilo Gold 100.000 Tonnen an Gestein gefördert werden müssen. Für das Silber hat Greenpeace keinen derartigen Vergleichswert angegeben, aber schon angesichts dieser Zahlen dürfte klar sein, dass die Schäden nicht nur für den Konzern, sondern für die gesamte Umwelt unermesslich hoch sind.