Gekrätz oder Scheidgut – was ist der Unterschied?

Bei der Wiederverwertung von Edelmetallen und dem damit zusammenhängenden Ankauf und Verkauf von Silber, Gold und Zinn fallen oft die beiden Worte Gekrätz und Scheidgut. Viele wissen gar nicht, was sich dahinter verbirgt und was der Unterschied ist. Doch genau dieser ist für das Recycling der Edelmetalle, die effiziente Aufarbeitung und die Vergütung grundlegend. Wer also den kleinen Unterschied kennt, hat es einfacher beim Sammeln.

Laut Duden handelt es sich bei „Gekrätz“ um „eine dünne, vor dem Guss abzuziehende Schicht aus Legierungen und Schlacken auf geschmolzenem Metall“. Man bezeichnet also als Gekrätz edelmetallhaltige Rückstände, die sozusagen verunreinigt und mit nicht schmelzbaren, organischen Reststoffen vermischt sind. Es ist quasi ein Wort für Abfälle, die auf Edelmetalle aufgearbeitet werden können, wie wir sie zum Beispiel aus der Schmuck-, Katalysator- und Elektronikindustrie kennen.
Das Wort an sich leitet sich von Kehrets, von sogenanntem Zusammengekehrtem ab. Und so ist es auch, denn man zählt beispielsweise Bodenkehricht, Schlämme, Polier- und Filterabfälle dazu, aber auch Filterbeutel oder andere, stark verunreinigte Rückstände, in denen sich Edelmetalle wie Gold oder Silber befinden können. Gekrätz muss man erst mit einem bestimmten Verfahren behandeln, um das Gold und Silber herauszufiltern und dann weiterverarbeiten zu können. Dazu wird es zunächst nach Kundenchargen getrennt und in einem Veraschungsofen thermisch behandelt. Dabei werden alle brennbaren Anteile beseitigt. Anschließend wird die entstandene Asche durch Mahlen und Sieben homogenisiert, um ein aussagekräftiges Probenergebnis garantieren zu können. Da der Gold-, Silber- und Zinngehalt in Gekrätz also oft sehr niedrig ist, lohnt sich das Sammeln über einen längeren Zeitraum, bevor man es recycelt.

Bei Scheidgut hingegen, handelt es sich um edelmetallhaltige Abfälle, die komplett schmelzbar sind – das heißt: durch Schmelzen scheiden sich die wertvollen Edelmetall-Bestandteile ab und lassen sich so zur Wiederverwertung verwendbar machen. Normalerweise hat das Material nur einen geringen Anteil an unedlen Metallen. Für die Wiederverwertung müssen also die einzelnen Bestandteile getrennt beziehungsweise geschieden werden. Zu Scheidgut zählt man Stanz-, Feilungs- und Gussabfälle, aber auch Zahngold, Altgold bzw. Bruchgold (Schmuck, Goldmünzen etc.) und viele Metalle die extra angekauft und aufgearbeitet werden wie Silber (Silberbestecke, Silbermünzen, Tafelsilber, versilbertes Besteck und Zinn, Zinnlote sowie Zinngeschirr. Diese Materialien werden zuerst geschmolzen, dadurch erhalten sie ihre Homogenität und können zu Gold-, Zinn- oder Silberbarren gegossen werden. Um nun den genauen Inhalt der Edelmetalle in den Barren ermitteln zu können, werden Bohrspäne entnommen.

Wenn Sie Fragen zu dem Unterschied oder dem damit zusammenhängenden Verkauf von Zinngeschirr oder Verkauf von Silberbesteck haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Siehe auch unter:        Gold Ankauf                    Silber Ankauf                         Zinn Ankauf