Hotelsilber Ankauf

Hotelsilber bezeichnet aus Neusilber hergestelltes Besteck

Als Hotelsilber bezeichnet man im Hotel- und Gastronomiegewerbe gebräuchlichen Bestecke und Silberwaren, die eigens für diesen Zweck aus einem besonderen Silberersatzmaterial angefertigt werden. Diese auch als Neusilber oder Alpacca bekannte silberähnliche Mischung besteht größtenteils aus Zink, Messing und kleinsten Mengen Eisen, Blei, Zinn, Mangan und Silber. Die daraus entstandene Legierung ist wenig korrosionsanfällig. Wegen seiner guten Wärmehalte- fähigkeit eignet es sich für Tassen und Kannen, Saucieren, Spezialpfannen und –töpfe. Härter als echtes Silber, ist Hotelsilber weniger verschleißanfällig und kratzfester, dabei trotzdem gut formbar, so dass die Herstellung detailreicher Muster und Rundungen möglich ist. Es läuft nicht an, ist spülmaschinenfest und verleiht auch Cocktailshakern, Sektkühlern, Tabletts und Etageren edlen Glanz und eine wertvolle Optik.

Bereits im 17. Jahrhundert wurden Silberwaren aus dieser Legierung von China nach Europa exportiert. Anfangs als echtes Silber gehandelt, erkannte man im 18. Jahrhundert, woraus dieses als Packfong bekannte Silber tatsächlich bestand. 1770 gelang den Suhler Metallwerken mit dem Suhler Weißkupfer eine dem Packfong ähnliche Metallmischung, die durch Beimischung von weißem Arsen allerdings toxische Eigenschaften aufwies und deshalb für die Anfertigung von Essbesteck und Geschirrteilen nicht verwendet werden konnte.

Ein 1823 vom Verein zur Förderung des Gewerbefleißes ausgerufener Wettbewerb brachte den entgültigen Durchbruch. Die Aufgabe lautete: Herstellung einer silberähnlichen Metalllegierung, glänzend und formbar, die höchstens 1/6 des normalen Silberpreises kosten durfte und für die Herstellung von Besteck und Tafelsilber geeignet war. Noch im gleichen Jahr entwickelte Dr. Ernst August Geitner aus Auerhammer einen Silberersatz, den er „Argentan“ nannte. Kurze Zeit später gelang den Brüdern Henniger aus Berlin die Herstellung einer ähnlichen Metallmischung, die unter dem Namen „Neusilber“ bekannt wurde.

Die Erfindung der 1838 für Alfred Krupp patentierten Löffelwalze ermöglichte von da an die industrielle Herstellung von Besteck und Silberwaren aus Neusilber. Für gehobene Ansprüche konnten die fertigen Teile zusätzlich galvanisch versilbert, also mit einer Silberauflage versehen werden und wurden dann als Chinasilber bezeichnet. Diese preisgünstige und dennoch wertvolle Alternative ermöglichte auch denjenigen Bürgern die Anschaffung von Tafelsilber, für die reines massives Silber vorher unerschwinglich gewesen war.

In der gehobenen Gastronomie wurde von jeher hochwertiges Hotelsilber verwendet. In Teilen von Hand gefertigt, ist es oft aufwändig verziert und mit Namen oder Emblem des jeweiligen Betriebes versehen. Während heute eher zeitlose Designs bevorzugt werden, war es früher üblich, Tafelsilber im Stil der jeweiligen Epoche zu formen und auf das Ambiente des Hotels abzustimmen. Beim Verkauf errechnet sich der Wert aus der Stärke der Silberbeschichtung, abgezogen werden Messerklingen aus Edelstahl und Füllungen in Messergriffen. Deshalb lohnt sich der Verkauf von Hotelsilber immer.