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18. Februar 2018 15:08 Uhr

Versilbertes Besteck – das Ende einer langen Tradition

Um versilbertes Besteck und Silberbesteck steht es nicht gut: Während Silberbesteck lange Zeit als wichtiges Statussymbol galt, nahm seine Bedeutung in den letzten Jahren rapide ab. Geschmäcker ändern sich nun einmal. Außerdem stehen heute mehr die Vorteile von Ersatzmaterialien wie Cromargan im Vordergrund. Cromargan läuft nicht an, ist rostfrei, spülmaschinen- und säurefest sowie geschmacksneutral. Viele gute Gründe also, das alte Silberbesteck aus der Kommodenschublade zu kramen und – im wahrsten Sinne des Wortes – zu versilbern, also zu Geld zu machen. Für die produzierenden Unternehmen bedeutet dieser Wandel freilich die Krise schlechthin. Traditionelle Firmen, die z. T. seit einem oder mehr Jahrhunderten Silberbesteck und Silberwaren produzieren, finden kaum noch Käufer. Firmen wie die WMF AG zum Beispiel. Dabei ist die Herstellung von versilbertem Besteck ein altes Handwerk und durchaus interessant: Galvanisierung heißt der Vorgang, bei dem Besteckteile in Bäder mit flüssigem Silber getaucht werden. Mittels elektrischem Strom wird dann eine feine Silberschicht auf das Material aufgebracht, Elektrolyse genannt. Je dicker diese Silberschicht ist, desto teurer wird der versilberte Gegenstand. Seit vielen Jahren übten die Experten in der Traditionsmanufaktur WMF dieses Handwerk aus, nun soll ein wichtiger Standort für die Galvanisierung geschlossen werden: Zu unrentabel. Der rückläufige Trend hat also auch dieses einstmals in der Galvanisierungsbranche fest etablierte Unternehmen erfasst. Weitere Informationen hierzu können hier nachgelesen werden.